{"id":312,"date":"2018-07-11T12:55:53","date_gmt":"2018-07-11T10:55:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.republiklippe.de\/blog\/?p=312"},"modified":"2018-07-11T12:56:59","modified_gmt":"2018-07-11T10:56:59","slug":"westfalentarif-alles-oder-zu-wenig-zu-astronomischen-preisen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.republiklippe.de\/blog\/2018\/07\/11\/westfalentarif-alles-oder-zu-wenig-zu-astronomischen-preisen\/","title":{"rendered":"Westfalentarif: Alles, oder zu wenig \u2013 zu astronomischen Preisen"},"content":{"rendered":"<p><strong><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-large wp-image-311\" src=\"http:\/\/www.republiklippe.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/P1520526-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"720\" height=\"540\" srcset=\"http:\/\/www.republiklippe.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/P1520526-1024x768.jpg 1024w, http:\/\/www.republiklippe.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/P1520526-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.republiklippe.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/P1520526-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 720px) 100vw, 720px\" \/><\/strong><\/p>\n<h6><em>Mit einer der teuersten Tarifstrukturen in Deutschland verhindert OWL den Umstieg vom Auto auf die Bahn<\/em><\/h6>\n<hr \/>\n<p>OWL, Westfalen (gibt\u2019s das \u00fcberhaupt als reale verwaltungspolitische Einheit?) oder NRW? Wer f\u00fcr das Monster-Ref\u00f6rmchen des \u00d6PNV im Osten NRWs letztendlich verantwortlich ist, kann in dem Labyrinth der (politischen) Kompetenzen nur schwer ermittelt werden. Das Wirrwarr \u00fcbertr\u00e4gt sich jedenfalls nahtlos auf die Preisstruktur und zwar in erster Linie in der Form von grotesk \u00fcberzogenen Preisen und der Wahlm\u00f6glichkeit \u201eAlles, oder zu wenig\u201c f\u00fcr Menschen die in erster Linie in OWL unterwegs sind, also im Regierungsbezirk Detmold f\u00fcr den wir folgendes feststellen:<\/p>\n<p>Es gibt immer noch keine Monatskarte f\u00fcr Gesamt-OWL, sondern man entscheidet sich entweder f\u00fcr den bisherigen \u201eSechser\u201c-Bereich (jetzt Teuto-OWL \u2013 also die Kreise Lippe, Herford, Minden-L\u00fcbbecke, G\u00fctersloh und die Stadt Bielefeld) der \u201ePreisstufe 7\u201c (jetzt 7W, was wohl f\u00fcr Westfalentarif steht) zum Abo-Preis von sagenhaften \u20ac190,70 \u2013\u00a0oder gleich f\u00fcr GANZ Westfalen (12W), also von der Weser bis an die Holl\u00e4ndische Grenze und von Minden bis Dortmund f\u00fcr \u20ac241,70. W\u00e4hrend letzteres also vergleichsweise attraktiv erscheint, bleibt das Monatsabo 7W unerschwinglich f\u00fcr die meisten Menschen in OWL, die Ihre Mobilit\u00e4t umweltfreundlich und an ihren Bed\u00fcrfnissen ausrichten wollen.<\/p>\n<p>Denn es stellt sich hartn\u00e4ckig die Frage, ob die, dieser Preisstruktur zugrundeliegende, Einsch\u00e4tzung des Kundenverhaltens realistisch ist. Bielefeld und Paderborn sind f\u00fcr OWL die Oberzentren, zu denen sich die meisten Menschen hin orientieren, sei es zur Arbeit, zur Uni, oder zum Schoppen. Es d\u00fcrften wohl eher wenige von Detmold nach Coesfeld pendeln, oder zum Einkaufen fahren.<\/p>\n<p>Doch \u00fcber all diesen \u00dcberlegungen schweben ohnehin die, seit Jahrzehnten offenbar klaglos hingenommenen, exorbitanten Preise f\u00fcr Einzel- und Monatstickets. Der vergleichsweise moderate Preis f\u00fcr das Westfalentarif-Gesamtnetz kann nicht \u00fcber die insgesamt inakzeptablen und \u2013 man muss es immer wieder sagen \u2013 ungerechten Preise hinwegt\u00e4uschen. Mit \u20ac190,70 ist das Monatsticket W7 vier Mal teurer, als\u00a0das <a href=\"http:\/\/www.rvf.de\/fahrkarten-tarife\/monatskarten-abos\/regiokarte-erwachsene\/#Abo\">Monatsticket der vergleichbaren Region Freiburg<\/a>. Man stelle sich vor, was los w\u00e4re, wenn die Autos oder das Benzin in OWL vier Mal\u00a0teurer w\u00e4ren, als in der Region Freiburg\u2026<\/p>\n<p>Die Situation zeigt, wie wenig den politisch verantwortlichen in NRW und in der Region die umweltfreundliche Mobilit\u00e4t ihrer B\u00fcrger am Herzen liegt. Und es g\u00e4lte in der Tat juristisch zu kl\u00e4ren, ob solche erheblichen Benachteiligungen einer Region bei der Mobilit\u00e4t \u00fcberhaupt rechtens sein k\u00f6nnen. Gerecht sind sie in jedem Fall nicht.<\/p>\n<p>Dass es ganz in der N\u00e4he auch anders geht, kann man im Landkreis Hameln-Pyrmont erleben. W\u00e4hrend die Einf\u00fchrung des \u201eWestfalen-Tarifs\u201c wie selbstverst\u00e4ndlich daf\u00fcr benutzt wurde die Monatskarten-Preise der Preisstufe 7 weiter anzuheben, <a href=\"https:\/\/www.hameln-pyrmont.de\/Schnellnavigation\/Startseite\/-36-weniger-Fahrpreis-15-mehr-Fahrplan-Die-Tarifreform-2017.php?object=tx%7C2561.5&amp;ModID=7&amp;FID=2749.175.1\">geht man in Hameln-Pyrmont andere Wege<\/a>, mit erwartbaren Resultaten. Die \u201eNeue Woche\u201c aus Hameln schreibt dem 1. Kreisrat des Landkreises Hameln-Pyrmont, Carsten Vetter, die Aussage zu, dass sich der Verkauf von Monatskarten, direkt nach der Einf\u00fchrung der neuen Tarife, verdreifacht hat.<\/p>\n<p>Der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der \u201e\u00d6ffis\u201c, Arne Behrens, wird in der \u201eNeuen Woche\u201c so <a href=\"https:\/\/www.neue-woche.com\/lokales\/nachrichten-aerzen\/erste-erfahrungen-tarifreform-2017\">zitiert<\/a>: <em>\u201eZurzeit gehen wir aufgrund von Befragungen unserer Mitarbeiter von rund 20 Prozent Neukunden aus. Monatskarten und Abo haben nicht nur hinsichtlich der St\u00fcckzahl, sondern auch bei den Einnahmen deutlich zulegen k\u00f6nnen. Es handelt sich mindestens um eine Verdopplung der geplanten Einnahmen. Wenn sich die Entwicklung so fortsetzt, haben wir bei Monatskarten und Abo die Chance, die 1 Millionen-Euro-Marke zu knacken\u201c.<\/em><\/p>\n<p>W\u00e4hrend also in Hameln-Pyrmont die Preise f\u00fcr Zeitkarten um 50% gesenkt wurden, kennen sie in OWL nur eine Richtung: nach oben. Die Preisstufe 7 ist im August immerhin um ca. 3% teurer geworden. Die Fahrrad-Monatskarte sogar um 33% von \u20ac20.- auf \u20ac30.- !\u00a0 Warum die Lage so ausweglos ist, dar\u00fcber darf man gerne spekulieren, aber die zum Teil auf Verschlei\u00df fahrenden Eisenbahnen und die immer weiter zur\u00fcckgebaute Schieneninfrastruktur, d\u00fcrften einen, durch preiswerte Monatskarten ausgel\u00f6sten, Ansturm der Fahrg\u00e4ste kaum bew\u00e4ltigen. Systematisch und vermutlich mutwillig wurde kostbare Infrastruktur zu Gunsten des Autoverkehrs jahrzehntelang vernachl\u00e4ssigt. In dieser Gewohnheit hat man sich offenbar eingerichtet. So werden z.B. Bahnh\u00f6fe zu \u201eHaltepunkten\u201c r\u00fcckgebaut, weshalb Versp\u00e4tungen immer schlechter auszugleichen sind. Und anstatt alles nur erdenklich M\u00f6gliche zu tun, um im Sinne der ehrgeizigen, aber in diesem Lichte v\u00f6llig unrealistischen, Klima- und Umweltschutzziele unserer Regierungen, den \u00d6PNV in das 21. Jahrhundert zu bringen, befindet man sich eher auf dem Niveau der 70er Jahre.<\/p>\n<p>Was die Software im Diesel-Skandal zum Hardwareproblem der Autos ist, das ist der Westfalen-Tarif zum Eisenbahn-Infrastruktur-Problem der Region.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit einer der teuersten Tarifstrukturen in Deutschland verhindert OWL den Umstieg vom Auto auf die Bahn OWL, Westfalen (gibt\u2019s das \u00fcberhaupt als reale verwaltungspolitische Einheit?) oder NRW? 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